2011-05-22

Die Türkei als Vorbild

Die Türkei als Vorbild

Angesichts der jüngsten Revolutionen in der arabischen Welt und Bildung der neuen Regime in der Region tauchte die Frage auf, wie der Prozess der Demokratisierung laufen und wie das zukünftige politische System aussehen wird. Dabei war es schon klar, dass weder amerikanische, noch europäische Modelle dafür taugen, in der neuen Staaten sich zu etablieren.

Seit langen gibt es Diskussionen in der wissenschaftlichen Welt darüber, ob die Türkei und ihr Modell in den arabischen Welt einsetzbar ist? Man betonte, dass der Fall der Türkei ein Beispiel dafür, wie islamische Kräfte und Bewegungen in die Politik ganz friedlich integriert werden können. Außerdem hebt man hervor, wie erfolgreich sich das System der Türkei, wo sich die konservativ-islamische Partei (türk.AKP - "Gerechtigskeits- und Entwicklungspartei") an der Macht befindet, den demokratischen Kriterien der EU anpasst.

Aber man vergisst, dass es im Falle der Türkei nicht alles so einfach ist. Vor allem muss man die Rolle des Militärs in der Geschichte des Landes unterstreichen. Die Armee war schon im Osmanischen Reich die Hauptkraft und Lokomotive der Westernisierung des Landes. Der osmanische Sultan brauchte eine neue Armee, die den westlichen Armeen ähnlich sein müsste, um diese westliche Armee erfolgreicher niederzuschlagen.

Sowohl in der Zeit des Reiches als auch in der Zeit der türkischen Republik spielte die Armee oft entscheidende Rolle. Von der Wichtigkeit des Militärs in der Geschichte der Türkei spricht die Tatsache, dass die Gründung der Republik das Ergebnis des Befreiungskrieges war, wenn also die Armee unter der Leitung des Gründers von der heutigen Türkei Mustafa Kemal die Grundlage des neuen Regimes war.

Während des 20.Jahrhundert hat sich das Militär oft in die Politik einmischte, um die Instabilität im Land zu verhüten. Und was im interessantesten im Falle der Türkei ist, war das Militär immer bereit, die Macht nach der inneren Stabilisierung den Zivilisten zu übergeben. Also Militärumwälzungen fuhren fast niemals zur Entstehung von den langfristigen Militärjunten.

Abschließend kann man sagen, warum die Modelle der Türkei kein 100% gutes Vorbild für neue Regime in der arabischen Welt ist. Erstens gab es in der Türkei seit langem demokratische Reformen, einige demokratischen Prozeduren sind schon seit langen der Bevölkerung bekannt. Zweitens spielt das Militärs zwar eine große Rolle in der Türkei, teilt es aber demokratische Werte und verfolgt das Ziel nicht, ein Militärjunta zu etablieren. Drittens waren die islamischen Kräfte bereit, den Regeln des Spiels zu folgen, also die ehemaligen Radikalen haben sich in das politische System des Landes erfolgreich integriert.

Die neuen Regime sind heute unter dem großen Druck, weil die Hoffnungen der Bevölkerung enorm groß sind. Die Frage ist also, ob es den neuen Regime gelingt, in kürzer Zeit die demokratische Transformation zu schaffen, ohne die Leute zu enttäuschen?

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