2011-05-22

Pakistan und Taliban

Pakistan und Taliban

Es scheint merkwürdig, wenn man über die Taliban (Plural) spricht und dabei das Thema der Rolle Pakistans betrifft. Man hat sich schon gewöhnt, über Afghanistan zu denken, wenn jemand über die Taliban spricht. Aber der Anfang der Bewegung der Taliban geht auf die Mitte der 1990-er Jahre zurück, wenn die in Pakistan wohnenden Flüchtlinge aus Afghanistan beschlossen haben, die nach dem Abzug der sowjetischen Truppen etablierte kommunistische Regierung umzustürzen und eigenen muslimischen Staat zu gründen. Nach den schweren Gefechten, gelang es den Taliban, die Hauptstadt Kabul zu besetzen, somit endete der langjährige Bürgerkrieg.

Der neue Staat, der seit 1997 den Namen "Islamisches Emirat Afghanistan" trug, wurde von den drei regionalen Staaten anerkannt. Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien verfolgen dabei hauptsächlich ideologische Ziele v.a. die Unterstützung der muslimischen Regierungen in der Region. Was Pakistan angeht, so ist es recht schwer zu sagen, ob die damalige pakistanische Führung von Religion bestimmte Ziele hatte. Pakistan, nach den mehreren erfolglosen Kriegen mit Indien, versuchte die Stabilität an der westlichen Grenze zu erreichen, deswegen beschloss die Regierung die Taliban zu unterstützen.

Da die Puschtunen den Kern der Taliban ausmachten, war es für Pakistan ziemlich leicht diese Bewegung zu beeinflussen, weil in Pakistan selbst der Anteil der Puschtunen an der Gesamtbevölkerung etwa 15,4 Prozent beträgt. Deswegen kann man auch sagen, dass es kein Wunder ist, dass Pakistan die Taliban als kein Terroristen, sondern als nationale Befreiungsbewegung der Puschtunen betrachtet.

Eine andere akute Frage ist, ob überhaupt Pakistan in der Lage ist, die Puschtunen und somit die Taliban zu kontrollieren, wenn in Pakistan selbst keine Rede von der Stabilität ist?

No comments:

Post a Comment